Samstag, 7. Januar 2017

Neujahrszeremonie im Meditationszentrum "Dharma-Lichtung"



Am 3. Januar 2017 fand die erste Zeremonie in der neu eingeweihten Meditationshalle "Leuchtende Stille" in Finsterwalde statt. Wir waren sehr erfreut, dass so viele Freunde des Zentrums gekommen sind, um mit ihrer Präsenz die Neujahrszeremonie zu unterstützen. Auf diese Weise konnten wir eine starke kollektive Energie der Achtsamkeit und der Konzentration beim Chanten generieren. Das Neujahrsgebet wurde in drei Sprachen (Deutsch, Englisch und Vietnamesisch) gelesen. Damit haben wir das neue Jahr willkommen geheißen, und zugleich konnten wir Leiden aus dem alten Jahr transformieren. Danach waren wir eingeladen, im Stillen  unsere Wünsche für das neue Jahr zu formulieren und diese anschließend mit dem Verbrennen der Gebetstexte in das Universum zu schicken. Im Anschluss an die Zeremonie haben wir den Abend mit Liedern und freudigen Gesprächen ausklingen lassen.




Text des Neujahrsgebets:

Einweihung der Meditationshalle im Meditationszentrum "Dharma-Lichtung" (Finsterwalde)



Vor wenigen Tagen, am 3. Januar 2017, wurde in dem neu gegründeten Meditationszentrum "Dharma-Lichtung" in Finsterwalde die Meditationshalle eingeweiht. Die Meditationshalle erhielt den Namen "Leuchtende Stille". Wir sind alle sehr froh, dass zahlreiche Freunde aus Finsterwalde sowie einige Freunde aus Hamburg und Bremen gekommen sind, um letzte Vorbereitungen zu treffen, den Altar zu schmücken und den Buddha auf den Altar zu heben. Bereits in den Wochen zuvor haben zahlreiche Freunde uns bei den beginnenden Renovierungsarbeiten im Zentrum unterstützt. Am Tag der Einweihung der Meditationshalle herrschte eine sehr freudige und zugleich ehrfürchtige Atmosphäre angesichts dieses besonderen Moments. Am gleichen Abend haben wir die Neujahrszeremonie für das Jahr 2017 gefeiert.






Samstag, 5. November 2016

Be beautiful - be yourself - Thay Phap Nhat in Bremen am 3./4. Dezember



Sehnsucht nach Ruhe und Frieden.

Der in buddhistischen Kreisen bekannte Dharma-Lehrer Thay Phap Nat war im Finsterwalder Umland zu Gast. Seine Seminare rund um Meditation und Weltanschauung sind äußerst interessant und gefragt. Maria Erdmann schreibt dazu:

"Breathing in I see myself as a flower". Wenn ich einatme, sehe ich mich selbst als eine Blume. Mit diesen Worten und dem Klang einer Glocke begann Thay Phap Nat sein Seminar zur Einführung in die Welt der Meditation. Die Räume des Finsterwalder Logenhauses in der Kirchhainer Straße boten dafür ein passendes Ambiente. Am Tag zuvor war Thay Phap Nhat schon am Sängerstadt-Gymnasium Finsterwalde und an der BTU Cottbus-Senftenberg zu Gast. Seine Ausführungen zur Meditation und zum Leben an sich brachten nicht nur die Studenten, sondern schon die Schüler zum Nachdenken und so kam es, dass der buddhistische Mönch "Löcher in den Bauch gefragt" wurde. Bei der Meditation sollen Körper und Geist eins werden. Dass das in unserem zumeist hektischen Alltag gar nicht so einfach möglich ist, konnten auch die Kursteilnehmer spüren. Für alle war es eine wahnsinnig spannende Erfahrung, bei der Gehmeditation durch das Gras zu wandern und ganz bewusst den Kontakt zwischen Fuß und Boden zu spüren. Oder auch beim gemeinsamen Essen 15 Minuten die Konzentration auf die Nahrungsaufnahme zu legen. Dinge, die im täglichen Leben oft untergehen, wurden aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet. Und vielleicht können die Worte, die der Dharma-Lehrer mit auf den Weg gab, den ein oder anderen Tag der Menschen doch ein wenig friedlicher machen.

Montag, 10. Oktober 2016

Liebe dich selbst und lerne, dich um deine Emotionen zu kümmern - Thay Phap Nhat

Wenn wir nicht wissen, wie wir uns selbst lieben und gut für uns selber sorgen können, wie wir uns selbst tief verstehen können, dann wird es schwierig für uns sein, andere Menschen zu lieben. Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir lernen zu uns selbst zurückzukehren. Zunächst einmal müssen wir wirklich da sein für uns selbst. Oftmals sind wir nicht da für uns selbst, wir arbeiten sehr hart, und wir haben nicht viel Zeit für uns selbst. Wir müssen Geld verdienen, unsere Kinder großziehen, und es gibt viele Dinge, um die wir uns Sorgen machen. Wir vergessen sogar, dass wir einen Körper haben. Deshalb müssen wir für unseren Körper da sein. Wir können das erste Mantra aus Plum Village benutzen: „Ich bin hier für dich.“ In den meisten Traditionen, z. B. im tibetischen Buddhismus, sind Mantras heilige Wörter in einer fremden Sprache, die wir nicht verstehen. In Plum Village setzen wir die Tradition der Mantras fort, aber hier benutzen wir unsere eigene Sprache, sodass wir die Wörter verstehen können. Das erste Mantra lautet also: „Liebling, ich bin hier für dich.“ Zunächst einmal sind wir hier für uns selbst. Wir müssen lernen, wie wir uns entspannen können. Wenn wir starke Emotionen haben, wie z. B. Wut oder Angst, dann kann dies unseren Körper krank machen. Deshalb brauchen wir eine Technik, mit deren Hilfe wir unsere starken Emotionen beruhigen können. Wenn wir wütend sind, dann haben wir die Tendenz sofort sprechen zu wollen und unserem Ärger Ausdruck zu verschaffen. Wir wollen sofort reagieren. In der Vergangenheit haben wir viele Male genau das getan. Später bereuen wir oft, was wir gesagt haben, und wir wünschen uns, wir hätten es nicht getan. Aber dann ist es schon zu spät. Wir nehmen uns vor, beim nächsten Mal nicht wieder so zu reagieren. Aber die Energie der Wut ist so stark, dass sie uns wieder dazu bringt, etwas Unfreundliches zu sagen. Wir selber leiden darunter, und auch die Menschen um uns herum leiden darunter.

Mittwoch, 7. September 2016

Tiefe Liebe und Wahre Liebe - Thay Phap Nhat

Bettina F. / pixelio.de
Unsere Vorstellungen von der Liebe lassen sich zwei unterschiedlichen Kategorien zuordnen. Es gibt eine Liebe, die über Geburt und Tod hinausgeht. Gott z. B. kann niemals sterben. Auch die Essenz des Seins wird niemals sterben. Schönheit hingegen kann vergehen. Wo Glück ist, gibt es auch Leiden. Vertrauen ist unbeständig; es kann sein, dass wir einer Person heute vertrauen, ihr aber morgen nicht mehr vertrauen. Wenn ich zufriedengestellt bin, genug von einer Sache habe, will ich vielleicht nach kurzer Zeit noch mehr davon haben.

Es gibt zwei Kategorien der Liebe. Wir können diese beiden Arten der Liebe „tiefe Liebe“ und „wahre Liebe“ nennen. Die tiefe Liebe kann wachsen, sie kann noch tiefer werden. Die wahre Liebe ist bereits da. Gott ist bereits da. Die Essenz unseres Seins ist bereits da. Wenn wir ein- und ausatmen, dann atmen alle Bäume mit uns, das ganze Universum atmet mit uns. Wir sind bereits in einem Fluss.

Um zu der wahren Liebe zu gelangen, müssen wir zuerst die tiefe Liebe kultivieren. Ich möchte ein Beispiel zu der tiefen Liebe erläutern. Wir haben in unserem Leben Beziehungen zu anderen Menschen, etwa zu unseren Freunden, zu unserem Ehemann oder zu unserer Ehefrau. Wir sprechen hier über alle Beziehungen unseres täglichen Lebens. Die Liebe, die in diesen Beziehungen vorkommt, bedarf einer Kultivierung. Wir müssen diese Liebe pflegen und sich entwickeln lassen. In der wahren Liebe ist es anders. Dies ist die Liebe, die wir zu Gott empfinden. Wir fließen mit dem Fluss des Lebens. In dieser Liebe verweilen wir in 100-prozentiger Freiheit. Wir sind vollkommen präsent im Hier und Jetzt. In dieser Liebe ist immer Frieden. In dieser Liebe liegt auch die wahre Kreativität. In dieser Liebe ist immer Respekt; sie respektiert selbst die einfachen Dinge wie eine kleine Blume oder einen Sonnenstrahl.

Donnerstag, 25. August 2016

Wer bist du?

Annamartha / pixelio.de
Thay Phap Nhat


Es gibt viele verschiedene Ebenen, auf denen wir die Frage danach beantworten können, wer wir sind. Sprechen wir zuerst über die erste Ebene: Jemand kommt und fragt uns: „Wer bist du?“ Und dann denken wir vielleicht zuerst: „Ich bin dieser Körper.“ Und wenn wir uns in der Psychologie auskennen, werden wir noch weitere Dinge ergänzen: „Ich bin nicht nur dieser Körper. Neben dem Körper habe ich auch Gefühle und Wahrnehmungen.“ Und wenn wir in der Meditation geübt sind, insbesondere in der Achtsamkeitsmeditation, dann können wir unseren Geist in unserem täglichen Leben beobachten. Und dann werden wir sehen: „Ich bin nicht nur der Körper, die Gefühle und die Wahrnehmungen. Ich habe auch Geistesformationen.“ Wenn wir dann noch die Ebene der Philosophie betrachten, dann sehen wir, dass es noch etwas gibt, was zu uns gehört, nämlich das Bewusstsein. Körper, Gefühle, Wahrnehmungen, Geistesformationen und Bewusstsein – das ist also, wer wir sind. Wir können auch eine andere Unterteilung vornehmen. Manche Menschen, die eine spirituelle Praxis ausüben und bereits etwas tiefere Kenntnisse haben, werden uns auf die Frage danach, wer sie sind, die folgende Antwort geben: „Ich bin Körper und Geist.“ Körper und Geist schließen Gefühle, Wahrnehmungen und Geistesformationen mit ein. Ich habe sehr viele Menschen gesehen, die an dieser Stelle stehengeblieben sind und nicht weiter hinterfragen. Sie sagen: „Ich bin Körper und Geist.“ Aber es gibt noch eine weitere Ebene, die tiefer geht als diese Aussage. Für mich ist es wichtig, an diesem Punkt nicht stehenzubleiben. Wir gehen noch ein bisschen weiter, ein bisschen tiefer. Hier können wir nicht mehr definieren oder festlegen, wer wir sind. Es gibt nur die direkte Erfahrung dessen, wer wir sind. Wir könne das nicht auf der Ebene des Denkens erfahren. Es geht über die Kopfebene hinaus. Wie können wir diese Ebene kennenlernen?